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Geschlecht

Federkleid

 

 

Datum

Ort

Fotograf

 

 li. Weibchen   re. Männchen

adult

 

 

06.05.2017

Neu Wulmstorf / Garten

Andreas Giesenberg

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke 2012)

 

   

Bestand insgesamt 1.300 Reviere Besiedelte TK4 70 (88%)
Bestand in Hamburg 540 Reviere Besiedelte km² in HH 244 (32%)
Dichte insgesamt 0,5 Rev./km² Trend stabil
Dichte in Hamburg 0,7 Rev./km² Gefährdung -

 

Charakteristik
Der Kernbeißer bewohnt Laubbäume und ernährt sich vor allem von Knospen und Samen (z.B. Kirschkerne!).

Verbreitung
Die höchsten Dichten wurden in größeren Wäldern (v.a. Sachsenwald) dokumentiert, aber die Art ist auf der Geest sowohl südlich der Elbe mit Schwerpunkt in den Harburger Bergen als auch nördlich der Elbe, wo vor allem die Stadtrandbezirke besiedelt sind, verbreitet. Aus dem Elbtal liegen nur sehr spärliche Meldungen vor.

Lebensraum
Der Kernbeißer brütet in hohen Laubbäumen und bevorzugt Laubaltholz, waldartige Grünanlagen und die Gartenstadt bei ausreichendem älterem Baumbestand.

Bestandstrend
Der Kernbeißer hat sich Anfang des 20. Jahrhunderts auch im engeren Stadtgebiet Hamburgs ausgebreitet (Dietrich 1928). Mit der zunehmenden Verdichtung der Bebauung scheint die Art in den letzten Jahrzehnten einige Brutplätze wieder aufgegeben zu haben (Mitschke & Baumung 2001). Auf der anderen Seite deutet sich für das schleswig-holsteinische Umland in den letzten 20 Jahren ein leichter Bestandsanstieg an (1985-1994 530 RP, Berndt et al. 2002; 2004-2008 650 RP). Insgesamt lässt sich kein eindeutiger Trend ausmachen.

Anmerkungen
Die Art streift zur Brutzeit weit umher, Bestandserfassungen sind schwierig.

 


Auszug aus dem Brutvogelatlas (Mitschke & Baumung 2001)

Verbreitung und Bestand
Der Kernbeißer ist auf der Geest nur lückenhaft und im Elbtal kaum verbreitet. Vorkommen liegen vor allem in den großen Waldgebieten des Klövensteen mit Rissen und in den Harburger Bergen. Konzentrationen sind daneben von Othmarschen mit dem Jenischpark über den Volkspark, das Niendorfer Gehege, den Ohlsdorfer Friedhof, den Wohldorfer Wald mit dem Duvenstedter Brook, den Volksdorfer Wald, das Stellmoorer Tunneltal mit dem Höltigbaum, den Öjendorfer Park und Friedhof bis nach Boberg und Lohbrügge erkennbar. Einzelvorkommen im inneren Stadtbereich (Stadtpark, Wallanlagen, Rotherbaum, Eilbek, Hammer Park) ergänzen des Verbreitungsbild auf der Geest. Südlich der Elbe sind die an das geschlossene Verbreitungsgebiet in den Harburger Bergen grenzenden Teile Harburgs (Eißendorf, Marmstorf) regelmäßig besiedelt. Im Elbtal sind Vorkommen in den Dörfern des Alten Landes bzw. der Vier- und Marschlande ebenso selten wie ein Auftreten im Obstanbaugebiet. 
Der Brutbestand des Kernbeißers in Hamburg beträgt 470 BP, die Art erreicht eine mittlere Dichte von 0,6 BP/100 ha und eine Rasterfrequenz von 27,5 %. Pro km² liegen die maximalen Dichten bei 7 bzw. 10 BP (beides Harburger Berge), auf Probeflächen wurden kleinräumig Dichten bis zu 1,58 BP/10 ha (PF 31,6 ha, Raakmoor), 1,88 BP/10 ha (PF 26,6 ha, Haake) und 2,66 BP/10 ha (PF 11,3 ha, Niendorfer Gehege) ermittelt.

Lebensraum
Die Vorkommen des Kernbeißers in Hamburg konzentrieren sich auf größere Waldgebiete und Grünanlagen. In der Gartenstadt kommt der Kernbeißer nur vereinzelt, in der Wohnblockzone nicht vor. Interessant ist die Ansiedlung eines Paares in Birkenwäldern des Moorgürtels, der seit Ende der 1980er Jahre in zunehmendem Maße von Waldvögeln (Waldlaubsänger, Sumpfmeise, Habicht) als geeignetes Habitat akzeptiert wird.

Bestandsentwicklung
Der Kernbeißer ist ein Waldvogel, der im Gegensatz zu vielen anderen in den letzten Jahrzehnten den bebauten Teil der Stadt nicht besiedeln konnte. Eine Analyse der ehemaligen Vorkommen innerhalb der letzten 40 Jahre deutet eher einen Bestandsrückgang an, der vor allem im und um den Stadtpark, in Hummelsbüttel und Poppenbüttel sowie Farmsen-Berne auffällt. Die Interpretation von teilweise nur einjährig dokumentierten Vorkommen ist beim Kernbeißer, der in Abhängigkeit vom schwankenden Nahrungsangebot jahrweise starke Häufigkeitsunterschiede zeigt, aber nur mit Einschränkungen möglich. Aktuelle Daten von Dauerprobeflächen lassen auf einen während der 1990er Jahre stabilen Bestand schließen.

  

 

 

Bestand mittlere Dichte Rasterfrequenz Besetzte Raster
470 BP 0,6 BP/km² 27,5 % 210